Ausstellung

Eine Reise ins Ungewisse oder wie ich meine erste Ausstellung erlebte

Samstag, der 9. Dezember war ein merkwürdiger Tag! Morgens um 5.00 Uhr ging bei Frauchen schon der Wecker! So nach und nach kam dann die ganze Familie runter ins Esszimmer und Herrchen kochte Kaffee. Frauchen packte eine große Kiste .. mit meinen Leckerlis und Wassernapf! Was soll das denn, dachte ich mir. In der Dunkelheit schickt man doch keinen Hund zum Bächlein machen!!! Na gut, was tut man nicht alles für Frauchen und Herrchen!

Um 6.30 Uhr gingen wir alle zum Auto und siehe da, mein Transportkäftig war schon im Kofferraum. Na, dass muss ja eine lange Reise werden, die wir antreten. Normal darf ich einfach so in den Kofferraum auf meine Kuscheldecke. Na gut… warten wir´s mal ab, dachte ich mir! Wir fuhren so etwa 2 Stunden und kamen dann an einen Ort, da wimmelte es nur von Hunden. Kleine, große, dicke, dünne… und was für ein Hundegebell! Ein richtiges Durcheinander! Frauchen sagte mal was von Kassel. Das war wohl der Ort, wo wir nun waren! Mein kleines Frauchen, mein großes Frauchen, Herrchen und ich gingen also los und folgten der Hunde-Herrchen-Frauchen-Masse!Ausstellung in Kassel: Laufen im Ring

Wir kamen in eine riesen Halle und mussten erst einmal suchen. Herrchen führte uns dann zu einem bestimmten Platz in der Halle. Mensch, waren da viele Salukis. Überwiegend schwarz gegrisselt wie ich, aber es waren auch einige helle und schwarze dabei. Und was für Schönheiten. Fast alle hatten längere Ohrenhaare und waren schmäler als ich! Ich hätte denen ja gerne was von meinem Fressen abgegeben, aber da hätte ich bestimmt Ärger mit den Frauchen und Herrchen von denen bekommen! Mann oh mann, war das so aufregend! Na, ich schaute mir erst einmal aus der Distanz alles an und guckte, was die anderen Hunde so machten.

Zunächst mußten etliche andere Windhundrassen den sog. Wertungsrichtern vorgeführt werden. Sie wurden alle begutachtet, mußten eine oder mehrere Runden im Wertungsring laufen und zum Schluß war immer einer der beste.

Die Salukis kamen zum Schluß der Wertung dran, sagte meine Herrchen. So gegen 15.00 Uhr gings dann endlich los. Wir jungen Mädchen waren zu dritt im Ring.

Ausstellung in Kassel: drei Junghündinnen
Die drei Junghündinnen im Ring

Ich hatte keine Lust, meinen Kopf zu halten. Auch hatte ich nicht mein Halsband um und mein kleines Frauchen führte mich an einer dünnen Leine! Ich bin doch kein Schoßhund! Und dann wollte doch so ein alter Mann in mein Maul gucken. Dem hab ich es aber gezeigt. Ne, nicht mit mir. Ich lass mir doch nicht von fremden Leuten meine Zähne angucken. Aber der Mann liess nicht locker. Ich hab es erst gar nicht so richtig mitbekommen. Er hat sich mit meinem Frauchen unterhalten und ist an mir vorbeigegangen. Er hat mich sogar gestreichelt. Das hat gut getan…. aber, beim steicheln hat er mir jetzt doch tatsächlich ins Maul geschaut. Frechheit! Und das schlimmste dabei ist, ich habe es erst gar nicht kapiert! Na gut, Mein Frauchen musste mit mir im Kreis laufen. Sie hat sich so viel Mühe gegeben. Sie hat einen Preis verdient, so gut ist sie gelaufen. Der alte Mann hat sich aber gar nicht für mein Frauchen interessiert. Er hat die anderen beiden Hündinnen auf Platz 3 und 2 gehen lassen und Mein Frauchen hat er auf die 1 gestellt! Was soll ich sagen! Ich habe den ersten Platz gemacht! Später stand hinter meinem Namen auf einer Tafel am Ring V1.

Ausstellung in Kassel: Ich habe gewonnen Ich weiss zwar nicht was das bedeutet, aber mein kleines Frauchen hat sich so darüber gefreut! Herrchen hat viele Bilder von uns gemacht und Frauchen sass einfach nur da (mit offenen Mund) und hat mich dann so gedrückt, mir ist fast die Luft weggeblieben. Wir wollten schon gehen, da kam ein anderes Frauchen und meinte, wir müssten noch bleiben. Es gäbe ein Stechen zwischen dem besten Rüden und der besten Hündin in der Jugendklasse! Was ich hier so alles gelernt habe. Der Hund neben mir war der junge Rüde, gegen den ich nochmal in den Ring sollte. Der hatte kurze Haare und war ganz nett. Der hat sich immer bei meinem Frauchen eingeschleimt und Leckerlis abgestaubt. Na, dem werde ich es noch zeigen, habe ich mir gedacht! Als ich mit diesem Rüden dann – ich glaube er hieß Efendi – in den Ring ging, habe ich denen aber erst einmal gezeigt, was ich von der ganzen Geschichte halte. Ich habe alle warten lassen und habe mich erst einmal so richtig gereckt, gestreckt und gegähnt! Der alte Mann, der mir vorher schon einfach so auf die Zähne geschaut hatte, hat nur gelacht. Na, dann bin ich aber doch wieder gelaufen. Nicht so, wie es mir mein Frauchen gesagt hatte. Ich habe auf den Boden geschaut und dachte nur, hoffentlich ist alles bald vorbei!

Der Rüde ist nach kurzer Zeit gegangen und hat mich alleine stehen lassen. Was war denn jetzt schon wieder los? Der alte Mann schüttelte meinem kleinen Frauchen die Hand und sie strahlte über alle Backen. Von Frauchen habe ich ein Plüschtier geschenkt bekommen und habe dann mitbekommen, dass ich der schönste Jugendsaluki in dieser Internationalen Rassehunde-Ausstellung geworden bin. Na ja, wenn die meinen! Ich war der BOB des Tages. Zuhause habe ich im Lexikon nachgeschaut, was das überhaupt heißt: BOB steht für Best of Breed (BOB) und heißt zu gut deutsch bester Jugendhund.

Ausstellung in Kassel: Ein anstrengender Wettkampf
Ganz schön anstrengend

Aber damit hatte ich es noch nicht überstanden. Plötzlich bekam mein kleines Frauchen einen Zettel in die Hand gedrückt. Wir hatten eine Einladung für den Ehrenring. Dieser war viel größer als der Wertungsring und viel mehr Leute standen an den Seiten und schauen zu. Mit den Junghunden der anderen Rassen mußte ich auch hier eine Runde drehen. Es waren große, kleine, dicke und dünne dabei. Nach dem drei von uns auf ein Podest durften, war es vorbei und ich durfte wieder gehen. Danach haben wir alles zusammengepackt. In der Dunkelheit sind wir dann wieder heim gefahren.

Ausstellung in Kassel: Schönheitsschlaf Das war vielleicht ein Tag. Ich war fix und alle und habe nur noch geschlafen. Weiss der Teufel, warum meine beiden Frauchen und Herrchen mich laufend so liebevoll ansehen und nur noch am knuddeln sind. Hoffentlich wird bald wieder alles normal! Es geht doch nichts über einen schönen ruhigen Tag mit einem langen Spaziergang, wo ich dann auch mal wieder übers Feld wetzen kann.

Ich verstehe es zwar nicht. Aber ich habe gehört, wie Frauchen und Herrchen gesagt haben, Wahira hat ja V1 gemacht! Scheint schon etwas besonderes zu sein für sie, so wie sie es gesagt haben. Aber ich finde es schön, dass mein Frauchen und Herrchen sich zwar so richtig darüber gefreut haben und an diesem Tag viel Spaß hatten, aber sie haben mich auch wieder in die Matsche gelassen. Ich bin also weiterhin einfach ihre Wahira, der Knuddelhund!

Ausstellung in Kassel: Ruhephase